Projekte

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Nixe

Die letzte LĂĽhe-Jolle

Die Lühe-Jolle war ein relativ kleines Segelschiff, das für den Obsttransport gebaut wurde. Weil die Lühe, besonders zwischen Horneburg und Steinkirchen sehr schmal war, konnten nur kleine Schiffe den Fluss befahren, da sie auf dem engen Fluss noch wenden mussten. Besonders auf den weit entfernten Märkten war der Obsthandel in früheren Zeiten ein gutes Geschäft. So fuhren die Schiffer aus dem Alten Land ihr Obst mit den Lühe-Jollen auf der Nordsee bis nach London und Schottland, auf der Ostsee nach Norwegen und sogar bis ins entfernte St. Petersburg. Einige Lühe-Jollen, so berichtete Erich Garrn, fuhren halbreife Zwetschen nach Schottland. Dort wurden sie vergoren und zu Schnaps gebrannt. Als Rückfracht kam Weizen an Bord. In Otterndorf wurde die Weizenfracht gelöscht und dort als Saatgut verkauft. Mit diesem einträglichen Handel konnte der Schiffer „tausende von Goldmark“ verdienen. So hatte Jan Hauschildt eine Lühe-Jolle besessen und damit Äpfel nach Tallin transportiert. Dort wurden die Äpfel gegen Holz getauscht, welches nach Ende der Reise für viel Geld verkauft wurde.

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Stele

Die STELE am LĂĽhesperrwerk / Ein Abriss droht

Nach der verheerenden Sturmflut 1962 wurden die Deiche der Elbe erhöht, die Deichlinien z.T. zum Wasser hin verlegt und alle Nebenflüsse der Elbe mit neuen Sperrwerken versehen. Ein Sperrwerk schließt seine Tore, wenn der Pegel der Elbe eine bestimmte Höhe über dem mittleren Tidehochwasser überschreitet und verhindert so Überschwemmungen im Hinterland. Auch die Lühe bekam – als Ersatz für das jetzt so genannte „Alte Sperrwerk“ (die Brücke zwischen Grünendeich und Jork-Höhen) ein neues Sperrwerk und eine bewegliche Brücke. Die aufwändigen Baumaßnahmen dauerten von 1962 bis 1967.

Es war dies die hohe Zeit der „Kunst am Bau“; öffentliche Gebäude sollten stets einen bestimmten Prozentsatz der Kosten für „Kunst“ verwenden. Gefördert wurden derartige Projekte durch Bund und Land. Aus diesem Grund kam es wohl dazu, dass auch das kleine Haus zur Bedienung des Sperrwerks und der Brücke mit einem Kunstwerk verschönt werden sollte. Ein regionaler Künstler – Herr Professor Meyer-Bruck, Architekt und Dozent an der Fachhochschule in Buxtehude – wurde beauftragt und er schuf eine bemerkenswerte STELE, die an der Nordwestseite des Sperrwerkswärterhauses befestigt ist. Es überragt das Gebäude um ca. 2 Meter, besteht aus 4 Segmenten in Beton-Fertigteilen und zeigt im oberen Bereich Obstbäume, darunter schafkantige Deiche, unter denen Neptun mit seinem Dreizack wild in den Wellen wütet.

Es war auch die Zeit des rein funktionalen Bauens; so ist das Sperrwärterhaus zwar nach außen hin teilweise verklinkert, aber darunter verbirgt sich schlichter Stahlbeton. Es mag die Motivation des Künstlers gewesen sein, sich dieser kühlen Sachlichkeit zu unterwerfen und für sein Werk ebenfalls Beton zu verwenden. Nicht allein, wegen der Wahl der Materialien, die so typisch für jenen Zeit ist, kann man nur bedauern, dass nicht das gesamte Ensemble längst als technisches Denkmal unter Schutz gestellt worden ist!

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